Folgende Kirchbauten mit ihren Namen sind urkundlich belegt:
Erster Kirchbau - Kapelle von 1493.
Der ursprüngliche Kirchentitel ist nicht eindeutig bekannt. In der Chronik werden im Jahre 1681 erstmals als Titel „Heilig Kreuz" und als Kirchenpatrone die Heiligen Drei Könige genannt. Im Jahre 1763 ist dokumentiert, dass der Altar den hl. Gangolf, Apostel Jacobus, Christophorus, Wendelinus und der hl. Barbara geweiht war.
Zweiter Kirchbau - Erweiterungsbau von 1789.
Die Kapelle war dem hl. Gangolf geweiht
Dritter Kirchbau - Neubau von 1898 bis 1899, wegen Baufälligkeit 1971 abgerissen.
Die Kirche trug den Namen „Heilig Kreuz".
Vierter Kirchbau - moderner Zeltbau, mit freistehendem, nach oben spitz auslaufenden Glockenturm, gebaut von 1968 bis 1970.
Die Kirche trägt wieder den Namen „Heilig Kreuz".
In der Bevölkerung wurden von den vorgenannten Kirchentiteln abweichende Namen benutzt. So waren je nach Zeitströmung die Namen „St. Anna", „St. Joseph" oder „Hl. Dreikönige" gebräuchlich. Der bekannteste Name ist der der hl. Dreikönige, deren Gedächtnis am 6. Januar begangen wird.
Die Legende berichtet, dass die verehrten Gebeine der „Drei Weisen aus dem Morgenland" oder der „Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar" viele Jahrhunderte in Mailand ruhten, wohin sie von Konstantinopel aus gelangt waren. Als Mailand im Jahre 1164 zerstört wurde, machte Kaiser Friedrich Barbarossa die Reliquien dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel zum Geschenk, so dass sie nach Köln überführt wurden. Am Weg, den der Reliquienschrein damals nahm, sollen mehrere Dreikönigskapellen entstanden sein, so angeblich auch im Jahre 1493 die erste Kirche in Welkers. „Die Legende bezüglich der Kapelle von 1493 entspricht nicht den geschichtlichen Gegebenheiten, da noch um 1500 zwischen Welkers und Eichenzell keine Durchgangsstrasse, sondern nur ein Feldweg führte. Dass der Reiterzug mit den Gebeinen der Dreikönige den Weg durch Welkers nahm, entspringt der Volksphantasie", schrieb schon Lehrer Josef Diegelmann, Welkers, in den Buchenblättem im Jahre 1964.
Die Anfänge der neuen Kirche
Am Sonntag, dem 13. September 1970, weihte Bischof Prof. DDr. Eduard Schick den vierten und bisher grössten Kirchenbau in der Geschichte von Welkers auf den Namen des hl. Kreuzes.
In seiner Predigt bei der Kirchweihe ging der Bischof auch näher auf das Bauwerk ein, als er ausführte: „Die Zeiten spiegeln sich in ihren Bauten. So sind auch unsere Kirchen verschieden wie an Alter so auch in Stil und Form. Romanik, Gotik, Barock bis hin zu den modernen Formen unserer Zeit prägten und prägen ihre Gestalt; und diese Gestalt wiederum ist zugleich ein Zeugnis dafür, wie der Glaube derer geprägt war, die sie errichtet haben. Der im Vergleich zum Fuldaer Barock schlichter und klarer, aber auch wesentlicher gewordene moderne Stil ist einmal dadurch bedingt, dass uns andere Baustoffe als vor 200 Jahren zur Verfügung stehen, die auch andere statische Möglichkeiten zulassen wie dieses weitgespannte Zelt Eurer Kirche; die grössere Einfachheit unserer Kirchbauten ist aber auch ein Ausdruck dafür, dass wir uns heute auf das Wesentliche unseres Glaubens zurückbesinnen und zu konzentrieren suchen."
Der Neubau war notwendig, da die alte, nur 120 Sitzplätze umfassende Kirche zu klein und baufällig geworden war. Ein erster konkreter Vorschlag lag schon Anfang 1960 von der Hochbauingenieur - Arbeitsgemeinschaft Oskar Reith, Berlin und Werner Weiß, Welkers, für die Vergrösserung der Kirche und den Neubau einer fehlenden Sakristei vor, als die Kirchengemeinde bereits 577 Katholiken zählte. Wegen nicht ausreichenden Baugrundes liess sich jedoch eine Erweiterung der Kirche am alten beengten Standort, dem heutigen neuen Dorfplatz, nicht verwirklichen, so dass Überlegungen zugunsten eines Neubaues an anderer Stelle vorangetrieben wurden.
Die damals noch selbständige politische Gemeinde Welkers erwarb im Jahre 1965 ein etwa 11 000 Quadratmeter grosses Wiesengelände in der Fuldaniederung, den „Brückenwiesen". Dort sollte ein mustergültiges Dorfzentrum entstehen, wobei im ersten Bauabschnitt die Kirche auf einer ca. 3600 Quadratmeter grossen Fläche gebaut und im sog. Pavillionstil später die Neubauten eines Pfarrhauses, eines Kindergartens mit Spielplatz, eines Dorfgemeinschaftshauses mit Turnraum, Geräteraum, Sitzungszimmer für die Vereine, eine Küche, ein Bastelzimmer, eine Bücherei mit Lesezimmer, ein Jugendraum, eine Pflegestation, Wohnungen für Hausmeister, Kindergärtnerin und Krankenschwester sowie Wirtschaftsräume mit Schlachterei. Bäckerei und Gefrieranlage folgen sollten. Die letztgenannten Gebäudeplanungen kamen durch andere Entwicklungen im kirchlichen und kommunalen Bereich nicht mehr zur Ausführung.
Lange vor Baubeginn wurde die Kirchengemeinde in Bürgerversammlungen am 28.02.1965 und 14.07.1966 eingehend über die Vorplanungen des anstehenden Kirchenneubaues durch den Kirchenvorstand und die Gemeindevertretung informiert. Dabei stellte der Architekt die neue Kirche anhand eines Modells und Bauplänen vor. Mit grosser Mehrheit unterstützte die Bevölkerung die Entscheidung des Kirchenvorstandes und der Gemeindevertretung für den zeltähnlichen Baukörper der neuen Kirche mit separat stehendem Glockenturm.
Nach den damaligen Erkenntnissen entsprach der Bau den gestellten Anforderungen am besten: Neben einem grosszügigen Raumangebot mit 450 Sitz- und 300 Stehplätzen sollte die neue Kirche einerseits Bindeglied zwischen der Hauptortslage und den Ortsteilen „Vogelsberg" und den „Burkhardshöfen" sein und andererseits den Forderungen der Bau- und Umweltbehörden Rechnung tragen, durch ein geeignetes architektonisches Erscheinungsbild eine harmonische Wirkung im Orts- und Landschaftsbild zu erreichen. Grosszügige Spendenbereitschaft war nun erforderlich. Ein namhafter Betrag von 60.000 DM stand bereits durch Sammlungen der letzten Jahre zur Verfügung.
Bevor jedoch in den Jahren 1968 bis 1970 in den „Brückenwiesen" der beachtliche moderne Kirchenneubau heranwuchs und am l8.07.1969 Grundsteinlegung mit Richtfest gefeiert werden konnte, waren enorme Erdauffüllarbeiten erforderlich. Etwa 3000 Kubikmeter feste Bodenmassen mussten herangefahren und einplaniert werden.
Allerdings ist mit der Zeltkonstruktion der Nachteil verbunden, dass räumliche Erweiterungen künftig nicht mehr möglich sind. Dazu besteht auch kein Anlass. Nach der letzten aktuellen Kirchenbesucherzählung gehen durchschnittlich 30 Prozent der Katholiken regelmässig zum Sonntagsgottesdienst in Welkers. Sieben Prozent nehmen das Angebot der Vorabendmesse oder das Hochamt am Sonntag in der Pfarrkirche Eichenzell wahr.
Beschreibung der Gebäude und Einrichtungen
Weithin sichtbar krönt ein vierarmiges Kreuz die 18,50 Meter hohe Dachspitze der Kirche. Die Kreuzbalken, als Hohlkörper aus Edelstahl angefertigt und doppelt vergoldet, bestehen aus vier geneigten Teilflächen, die vertikal (2,80 Meter) und horizontal (zwei Meter) konisch verlaufen, längsseitig verschweisst sind und in geschlossenen, pyramidenförmigen Spitzen enden. Der Fußpunkt des Kreuzes mündet in einer Raute. Die sturmfeste Verankerung des 65 Kilogramm schweren Kreuzes erfolgt über einen zylindrischen Ständer, der mit der oberen Ankerplatte der Stahlträger in der Dachspitze verschraubt ist.
Das Interesse der Welkerser Bevölkerung war gross, als Kaplan Andreas Schreiner, assistiert von Pfarrer Ebo-Mensah aus Ghana und unter Mitwirkung des Gesang- und Musikvereins, bei strahlendem Sonnenschein, nachmittags am 24. August 1990, die Segnung des Kreuzes vornahm.
Nach der Weihehandlung hob ein Autokran das neue, ,Welkerser Wahrzeichen'' in die luftige Höhe des Kirchendaches. Schlossermeister Rudolf Frohnapfel und Hubert Frohnapfel balancierten die nicht alltägliche Last in die richtige Position, um dann die Befestigung vorzunehmen. Das Kreuz wurde nach gemeinsamen Ideen des Verwaltungsrates, des Architekten Winfried Streck und des Diözesanbaumeisters Dr. Burghard Preusler in der Werkstatt von Rudolf Frohnapfel, Melters, angefertigt; die Vergoldung besorgte die Fa. Jean Kramer, Fulda.
Die Kirche ist in Zeltbauweise errichtet. Der Baukörper der Kirche ruht freitragend auf nur vier Betonpfeilern, die etwa 60 Zentimeter über das Gelände ragen und an den querliegenden Regenrinnen zu erkennen sind. Ausgehend von diesen vier Fundamentsäulen überspannen vier mächtige dreiecksförmige Sichtbetonträger die 36 Meter voneinander entfernten Eckpunkte und tragen gleichzeitig die steil geneigte Dachkonstruktion (50 °), die bis herunter zu den Regenrinnen reicht. In der Grundfläche weist der Bau ein Quadrat und im Inneren durch die Anordnung der Glasfassaden - anstelle herkömmlicher Aussenwände - ein Achteck auf.
Betritt man über die weit zurückliegende Freitreppe an der Rothemanner Strasse durch eines der drei mit Kupferblech beschlagenen und mit gegossenen Bronzegriffen versehenen Eingangsportale den Kirchenraum, so ist man von seiner lichten Höhe (14 Meter) und Helligkeit angetan. Das Licht strömt durch die acht grossflächigen und bis sieben Meter hohen Glaswände ein. Senkrecht und parallel verlaufende Stahlkonstruktionen tragen die zweischalige Verglasung (Blei- und Isolierglas) mit einer Gesamtfläche von 200 Quadratmetern.
Kraftvolle blaue (Blau = Farbe der Schöpfung, des Wassers, des Himmels), rote (Rot= Farbe des göttlichen Opferblutes) und gelbe (Gelb = Farbe der Sonne und der Auferstehung) Antikglasscheiben unterbrechen die Fensterinnenflächen in mittlerer Höhe und verleihen dem eher schmucklos wirkenden Raum mit seiner dunkelbrauen Vertäfelung der abgehängten Akustikdecke in Red Ceder-Holz und dem anthrazitfarbenen Fussboden aus Kunststeinplatten einen wohltuenden farbigen Akzent. Die Verglasung hat Auswirkungen auf das Raumklima, das im Sommer als trocken und warm und im Winter als kühl betrachtet werden kann. Für die Beheizung im Winter sorgt eine elektrische Fussbodenheizung, die nachts betrieben wird. Wärmeverluste entstehen bei Aussentemperaturen unter dem Gefrierpunkt durch die Glasfassaden und ergeben die Problematik, dass nicht jedem Kirchenbesucher ein angenehmes Wärmeempfinden (Zimmertemperatur) vermittelt werden kann.
Die Bankreihen aus Brasilkiefernholz auf Stahlständem sind blockweise - einmal in der Mitte und zweimal seitlich - in Blickrichtung auf den vorgezogenen Altarraum angeordnet. Hinter dem Zelebrationsaltar fallen vor einer weiss lackierten wabenförmigen Holzkontrastwand die historischen Altarbilder des Flügelaltars ins Auge. Als Basis des Flügelaltars dient eine Juraplatte, die auf einem Basaltlavablock ruht. Aus der alten Kirche mit umgezogen, erfüllt der alte Altar heute die Aufgabe des Sakramentsaltares und verkörpert eine geglückte Synthese zwischen Spätmittelalter und Gegenwart. Aus mehreren Teilen zusammengefügt, hat er die heutige Form erst im Laufe der Zeit erreicht. Dennoch ist der Gesamtaufbau klar gegliedert. Der mittlere, ursprüngliche Teil, ein spätmittelalterliches Holzrelief (um 1410), stellt im Zentrum figurenreich die Kreuzigung Christi dar.
An das grosse Kreuz in der Mitte, das eine Kreuztafel mit der Aufschrift INRI (Anfangsbuchstaben der vier Wörter des lateinischen Textes, “Jesus Nazarenus Rex Judaeorum" - Jesus von Nazareth, König der Juden) trägt, ist der sterbende Heiland mit den Händen und Füssen festgenagelt. Links und rechts daneben hängen an kreuzähnlich aufgestellten Balken, verkrümmt festgebunden, die beiden Verbrecher Aram und Joah, die gemeinsam mit Jesus hingerichtet werden. Unter der Kreuzigungsgruppe haben sich verschiedene Menschengruppen versammelt. Da ist die Gruppe der römischen Soldaten. Unter ihnen links der Legionär Stephaton, der zu Jesus hin reitet, um ihm auf einer Lanze den essiggetränkten Schwamm entgegenzuhalten, und rechts zu Pferd der Hauptmann Longmus, der dabei ist, Jesu Seite mit einer Lanze zu durchbohren. Andere Soldaten würfeln am rechten Bildrand um den Leibrock Jesu. Im Vordergrund halten sich trauernde Männer und weinende Frauen auf. Sie haben Jesus auf seinem Leidensweg begleitet. Unter ihnen die Gottesmutter Maria, ihre Schwester Maria aus Magdala, Martha, die Schwester des Lazarus sowie der Lieblingsjünger Johannes und Simon von Cyrene.
Die Qualität dieser Arbeit besteht in einer dramatischen Anordnung und einer vergleichsweise realistisch-natürlichen Lebendigkeit der Figuren. Jede Gruppe drückt ein besonderes Verhältnis zu Christus aus: Trauer, Mitleid, Ehrfurcht, Spott und Verachtung. Der Künstler überlässt es dem Betrachter, mit welcher Begleitfigur er sich identifiziert, um die Erlösung Christi nachzuerleben
Eine zweite vergleichbare Arbeit befindet sich in der Kirche von Eiterfeld-Leibolz. Nach forschungen haben er geben, dass weder der Künstler noch das Entstehungsdatum der Kreuzigungsgruppe bekannt sind. In einer Quelle aus dem Jahre 1624 wird ein Bildhauer namens „Hen Franckfurt, Schryner und Thafel Schnytzer allhie zu Fuldt" erwähnt, der das Kunstwerk für einen Heilig-Kreuz-Altar geschaffen hat, der „under dem Salvechor" der Fuldaer Stiftskirche, dem Vorgängerbau des Fuldaer Doms, stand. Als dann in der Barockzeit durch das mangelnde Verständnis der Zeitgenossen für die Tradition Ausstattungen der Stiftskirche verkauft wurden („Bilderstürmerzeit"), kam der beschriebene Mittelteil des heutigen Flügelaltares und die angefügten Holzplastiken (um 1500) links und rechts davon, wahrscheinlich durch eine Schenkung, nach Welkers. Dargestellt sind um die Kreuzigung herum Apostel als erste Zeitzeugen und Bekenner des Gekreuzigten: Links der hl. Martin als Bischof mit Bischofsstab, Mitra, Buch und einem Kranken zu seinen Füssen und dem hl. Antonius, dem ersten Mönch und Einsiedler in Ägypten mit Buch und Wanderstab. Antonius ist auch Patron der Haustiere; symbolisch hierfür begleitet ihn ein Schwein auf dem Bild. Auf der rechten Seite steht der hl. Apostel Jacobus d. Ä. als Pilger. Sein Wanderstab ziert eine Kürbisflasche, in der er auf der Wanderschaft Trinkwasser mitführte. Die rechte Hand hält ein Buch als Hinweis auf seinen Brief umklammert. Erist der Bruder des Johannes und gehörte zum inneren Kreis der Jünger. Daneben befindet sich das Relief des hl. Sebastian als Märtyrer, der an einer Baumkrone festgebunden und von 4 Pfeilen durchbohrt ist. Sebastian bekehrte als Offizier des Kaisers Diokletian viele Soldaten und wurde darum an einen Baum angebunden und durch Pfeile durchbohrt, die ihn aber nicht töteten. Diokletian lässt ihn daraufhin foltern und erschlagen. Aus Überzeugung hat er gelitten und ist in den Tod gegangen. Sebastian galt auch als Nothelfer in Pestzeiten.
Im Unterbau, links und rechts des Tabernakels, sind zwei Holzplastiken eines unbekannten Schnitzers eingefügt, vermutlich aus der gleichen Zeit. Dargestellt werden Szenen aus dem Alten Testament (etwa 2100 -1500 v. Chr.): Abraham will seinen einzigen Sohn Isaak auf Verlangen Gottes auf einem mit Holzscheiten bestückten Altar am Berg Moriah opfern. Ein Engel beendet die Prüfung Abrahams, indem er mit erhobener Hand die Tötung Isaaks im letzten Augenblick verhindert und einen Widder als Opfergabe herbeiführt. Eine Geschichte, die bis heute zum Nachdenken anregt
Das rechte Bild zeigt, wie der König und Priester Melchisedech auf einem schlichten Steinaltar Brot und Wein zum Opfer darbringt und dabei den knieenden Abraham segnet, der von einem lanze tragenden Soldaten begleitet wird. Beide Szenen stellen gleichsam das Vorbild des Opfers Christi am Kreuz und auf dem Altar dar.
Die beiden Seitenflügel des Altares hat man wahrscheinlich im Jahre 1910 angefügt und von dem Maler E. Böhler aus Würzburg mit acht Bildern ausmalen lassen. Die Tafelbilder, von Rankenschnitzereien eingefasst, zeigen auf den Vorderseiten links Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu: Jesus betet im Garten Gethsemane, umgeben von den schlafenden Jungem. Darunter eine Darstellung, wie Jesus an der Martersäule gegeisselt wird. Die Vorderseite rechts zeigt, wie die Soldaten Jesus die Domenkrone aufdrücken und darunter, wie Jesus sein Kreuz zur Richtstätte Golgatha trägt. Auf den Rückseiten werden in längsgeteilten Bildern links die Verkündigung Mariens gezeigt: Der Engel Gabriel überbringt die Botschaft Gottes an Maria von der Geburt Jesu. Die rechte Flügelseite zeigt einen Ausschnitt aus der Begrüssung Mariens durch ihre Verwandte Elisabeth.
Den Abschluss des mittleren Altarteiles nach oben hin bilden spitz zulaufende gotische Türmchen mit Kreuzblumen, wobei die Zwischenräume mit Bogen- und Rankenschnitzereien ausgefüllt sind und den Blick zu dem aufragenden Mittelturm über der Kreuzigungsszene lenken. Auf einem achteckigen Postament stehend hält ein Engel ein Spruchband in den Händen mit dem lateinischen Text „Consummatum est", d. h. es ist vollbracht. Es ist das letzte Wort Jesu am Kreuz. Im Altarbaldachin, in den die Monstranz während der Aussetzung des Allerheiligsten gestellt wird, steht ein neugotisches Holzkruzifix (um 1900). Der darunter eingelassene vergoldete Stahltabernakel mit Ähren- und Rebenmotiven auf den Türen, wurde 1955 angeschafft.
Vor dem Sakramentsaltar steht der neue Zelebrationsaltar. Im Altartisch aus grauem Jura, der von einer rechteckigen Basaltlavasäule getragen wird, werden in einer verschlossenen Vertiefung Reliquien der hl. Foelicula und des hl. Faustinus aufbewahrt. Die in lateinischem Text abgefasste, eingemauerte Urkunde hat übersetzt folgenden Wortlaut:
“Alle, die diesen Brief sehen werden, werden erkennen, was ich, der Unterzeichnete Dr. der Theologie Eduard Schick, Bischof mit dem Titel Araditanus und Weihbischof von Fulda, vom Jahre der Geburt unseres Herrn Jesus Christus 1970, am 13. September, der der 17. Sonntag nach Pfingsten war, als Paulus die gesamte Kirche Christi als Papst im 8. Jahr leitete, als Adolf Bolte, Bischof von Fulda, die Kirche von Fulda im 12. Jahr leitete, als Paul Wehner, Geistlicher Rat, das Amt des Dechanten im Dekanat Johannesberg ausübte und Pfarrer der Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit in Pilgerzell war, als Hermann-Josef Heim und Reinhold Lambert sich in der Seelsorge der Pfarrei Eichenzell Mühe gaben, als Dr. Gustav Heinemann und Wilhelm Brandt der Bundesrepublik Westdeutschland als Präsident und Kanzler vorstanden, als Albert Oswald die Aufgabe des Ministerpräsidenten von Hessen ausführte, als Dr. Eduard Stieler Landrat des Kreises Fulda war, als Franz Schlag Bürgermeister in Welkers war, habe ich diese neu errichtete Kirche unter dem Titel und zur Ehre des Hl. Kreuzes geweiht und die Reliquien des hl. Faustinus, des Märtyrers und der hl. Foelicula, Jungfrau und Martyrerin, eingemauert. Gegeben in Welkers am 13. September 1970, Eduard Schick, Bischof mit dem Titel Araditanus und Weihbischof von Fulda." Auf der linken unteren Seite der Urkunde ist das persönliche Wappen des Bischofs Eduard Schick abgebildet.
Im Altarraum links steht auf einer Säule aus Lavatuffstein eine farbig gefasste Holzstatue des hl. Bonifatius, des angelsächsischen Missionars und Gründers des Benediktinerklosters Fulda. Bonifatius, zeitlebens ein Bücherfreund, hält in der rechten Hand ein Buch. Aus dem Buch, das er angeblich bei seiner Ermordung zum Schutz über den Kopf hielt, ragt der Dolch des Mörders heraus. Das vom Dolch durchstossene Buch, auch Codex Ragyntrudis genannt, ist zum Kennzeichen für Bonifatius geworden; das Original wird zusammen mit anderen von ihm hinterlassenen Büchern im Fuldaer Dommuseum aufbewahrt. In der linken Hand hält er den Bischofsstab. Auf einer Missionsreise im friesischen Dokkum wurde Bonifatius am 5. Juni 754 im Alter von 81 Jahren von heidnischen Bauern überfallen und mit seinen Begleitern ermordet. Sein Wunsch war bereits zu Lebzeiten, nach seinem Tod in Fulda begraben zu sein. Seine Reliquien werden daher in der Bonifatiusgruft des Fuldaer Doms aufbewahrt. Alljährlich zum Bonifatiusfest wallfahrten die Gläubigen der Stadtpfarreien und der um Fulda liegenden Pfarreien nach einer bestimmten Ordnung zum Grab des hl. Bonifatius, um den Bistumsheiligen und „Apostel Deutschlands" zu verehren und in der Kathedralkirche einen Gottesdienst zu feiern. Der Künstler, der die Statue um 1900 schuf, ist nicht bekannt.
Rechts im Altarraum, wiederum auf einer Lavatuffsäule, steht die alte Pieta, eine Darstellung Mariens mit dem Leichnam Christi auf dem Schoss, die um 1490 geschaffen sein dürfte. Das Vesperbild zeigt dem Betrachter die Mutter Gottes in sitzender Haltung. Den Kopf mit leichter Drehung nach links gewendet, blickt sie über den Körper Jesu hinweg, der aufrecht quer auf ihrem Schoss verweilt. Ihr Gesichtsausdruck wirkt ruhig in würdiger Trauer. Dabei hält sie ihren toten Sohn behutsam im rechten Arm. Mit der linken Handfläche stützt sie seinen ausgestreckten rechten Arm am Handgelenk. Das bärtige Gesicht des Leichnams Jesu ist dem Betrachter zugewandt und nach hinten in den Nacken gelegt. Eine Dornenkrone drückt auf das Haupt mit dem über die Schultern herabhängenden Haar. Die Augen sind geschlossen, der Mund leicht geöffnet. Der linke Arm hängt schlaff nach unten, die Finger werden zu einer Faust gerundet. Blut tritt aus den fünf Wundmalen und den Verletzungen der Stirn. Die Beine stehen dicht beieinander. Die Füsse berühren mit den Fersen die Bodenplatte, die Zehen ragen über den Sockel hinaus. Während der Körper Jesu vom Künstler bis auf ein Leinentuch entblöst gezeigt wird, bleibt die Gestalt seiner Mutter unter ihren Gewändern verborgen. Maria trägt das Habit einer Ordensfrau. Den Kopfüberdeckt eine Kapuze, die nahtlos in einen Mantel übergeht. Darunter wird ein Kleid sichtbar. Um den Hals ist ein Kinntuch gebunden.
Die Pieta oder auch Vesperbild genannt, vermutlich in Lindenholz geschnitzt, weist eine Höhe von 88 cm, eine Sockelbreite von 37 cm und eine Sockeltiefe von 29 cm auf. Die ursprüngliche Farbfassung der Skulptur ist nicht mehr erkennbar, wahrscheinlich aber in Teilen erhalten; die Rückseite blieb unbearbeitet. Der Name des Künstlers ist unbekannt. Vor der Wiederaufstellung im Jahre 1970 erfolgte eine Konservierung und komplette farbliche Neufassung.
Ebenso wurden der Flügelaltar, die Statuen des hl. Bonifatius und Michael sowie die Kreuzwegbilder grundlegend restauriert. Die 14 Kreuzwegbilder, die an den Fassaden angebracht sind, erhielten zusätzlich neue Holzrahmen. Zu dem Ursprung der Kreuzwegbilder, die Originalen des letzten Fuldaer Hofmalers Johann Andreas Herrlein nachempfunden sind, ist in der Pfarrchronik in einem Vertrag vom 13. Januar 1841 nachzulesen: „Der Maler Ludwig Link wird beauftragt, neue Stationsbilder nach dem Vorbild von Großenlüder anzufertigen, jeden Monat ein Bild zu liefern und erhält für jedes fertige Bild elf Gulden aus der Kapellenkasse"
Weiter zu erwähnen sind der Ambo (Lesepult), aus grauem Juragestein an einem blau gestrichenen U-Stahlträger befestigt, die Kredenz (Anrichtetisch) aus Basaltlava, die Sedilen (Priester- und Meßdienersitze) wiederum aus grauem Jura.
Im hinteren Kirchenraum befindet sich der Taufstein, ebenfalls aus einem grauen Jurablock gearbeitet, wobei die anschliessende Ablage, wie auch die Weihwasserbecken an den drei Eingängen, aus Basaltlava hergestellt sind.
Am linken Betonpfeiler der freistehenden Orgelempore ist eine barocke Plastik des Erzengels Michael befestigt. In einer kriegerisch anmutenden Darstellung des Engelsturzes holt Michael in antiker Rüstung mit seiner Lanze zum entscheidenden Stoß gegen Luzifer aus, der in der Gestalt des Teufels mit Pferdehufen, auf dem Rücken liegend, vor Verzweiflung die Gliedmassen ausstreckt. Nach einer Überlieferung soll sich der Erzengel Luzifer mit einem Gefolge anderer Engel gegen Gott erhoben haben, wurde aber vom Erzengel Michael und den treugebliebenen Engeln besiegt und in den Abgrund gestürzt.
Der Beichtstuhl unter der Empore ist zweiseitig angeordnet und mit graugebeiztem Escheholz verkleidet. In den rechten Betonpfeiler der Empore ist der Grundstein in Form einer Granitkrustenplatte eingesetzt. Eingemeisselt sind das Wappen des Bischofs Adolf Bolte (( 5. April 1974) mit Prälatenhut und beiderseits fünf herabhängenden Quasten. Oberhalb des Wappenschildes befindet sich ein Kleeblattkreuz, unter dem Wappenschild der Wahlspruch sursum corda (d. h. empor die Herzen) mit den Buchstaben A. D. und den Jahreszahlen 1968/1969. Das Wappen wird wie folgt beschrieben: Geviert, l und 4 das Bistumswappen von Fulda, 2 und 3 das persönliche Wappen des regierenden Bischofs. „Sursum corda" nimmt auf die beiden Herzen Bezug, die vom Bischof als Wappenzeichen im Gedanken an die Herzen Jesu und Maria gewählt wurden und als Heilszeichen unserer Zeit verehrt werden. Hinter der Grundsteinplatte in der Betonwandung eingeschlossen ist die Grundsteinurkunde mit folgendem Text:
„Im Namen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Zu Ehren des Heiligen Kreuzes, im Jahre des Heiles 1969, am Freitag, dem 18. Juli, unter der glorreichen Regierung des Papstes Paul VI., als Dr. Adolf Bolte Bischof von Fulda, als Geistlicher Rat Paul Wehner Pfarrer der Pfarrei Pilgerzell und Dechant des Dekanates Johannesberg, als Hermann-Josef Heim Pfarrer in Eichenzell und Paul Pfahls Kaplan in Eichenzell war, wurde von Geistlichem Rat Dechant Paul Wehner der Grundstein zu dieser neuen Kirche in Welkers gelegt.
An diesem Tage waren Dr. Gustav Heinemann Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Kurt-Georg Kiesinger Bundeskanzler, Dr. Georg-August Zinn Ministerpräsident von Hessen, Dr. Eduard Stieler Landrat des Kreises Fulda und Franz Schlag Bürgermeister der Gemeinde Welkers.
Die Kirche wird auf diesem Grundstein von der Filialkirchengemeinde Welkers erbaut. Planung und Leitung der Bauausführung liegen in den Händen des Architekten Waldemar Schneider in Fulda. Dieses neue Gotteshaus wird anstelle der baufällig gewordenen alten Kirche zum Heiligen Kreuz errichtet.
Der Bau möge gereichen zur größeren Ehre Gottes, zum Segen für die Pfarrgemeinde, zum Heile für Kirche und Vaterland.
Welkers, den 18. Juli 1969
Unterschriften: gez. Paul Wehner, Dechant. Hermann - Josef Heim, Pfarrer. Paul Pfahls, Kaplan.
Siegel des kath. Pfarramtes Eichenzell. Siegel der kath. Kapellengemeinde Welkers."
Sakristei
Im Baukörber eingeschlossen, hinter dem Altarraum, befindet sich die Sakristei, in der die Paramente und Geräte für den Gottesdienstgebrauch aufbewahrt werden. bei einer Renovierung im Jahre 1993 wurden neue solide Sakristeimöbel eingebaut.
Orgel
Der Orgelbauer Fritz Clewing, Fulda, lieferte im Jahre 1900 für Welkers eine 13 Register (Stimmen) umfassende Pfeifenorgel mit Kegelladen und mechanischer Traktur in der Disposition
Dieses Instrument wurde 1970 aus Kostengründen einfach überarbeitet und klanglich unverändert auf der rechten Emporeseite der neuen Kirche aufgestellt. Ein erhaltungswürdiges Gehäuse war nicht vorhanden. Das Orgelwerk umgab man mit einem oben offenen Spanplattenverschlag und verkleidete diesen mit den dunkelbraunen Deckenpaneelen. Der Spielschrank befand sich seitlich auf der Emporeseite. Nach der Altarseite hin war ein dreifeldriger Pfeifenprospekt eingelassen, in dem „stumme" Zinkpfeifen standen.
Von 1982 bis 1983 erfolgte eine grundlegende Restaurierung, verbunden mit einer dem Kirchenraum entsprechenden Klangerweiterung des Instrumentes. Aurlage des Verwaltungsrates bei der Auftragsvergabe an den Orgelbauer war, möglichst viel altes Pfeifenmaterial der Clewing-Orgel dauerhaft aufzuarbeiten und wiederzuverwenden. Gleichzeitig waren die störungsanfälligen Kegelladen durch Schleifladen zuersetzen und ein neues geschlossenes Orgelgehäuse anzufertigen. Somit kamen in der jetzigen Orgel Metall- und Holzpfeifen aus neun alten Registern wieder komplett, teilweise oder in veränderter Klangaufstellung zum Einbau. Der typische Clewing - Orgelklang ist in die Orgel eingearbeitet worden und nicht verschwunden, wie es in der Nachbargemeinde Rönshausen bei dem dortigen Orgelneubau 1975 leider geschah. In Zusammenarbeit mit dem Orgelsachverständigen der Diözese, Prof. Erich Ackermann, Fulda, erbaute die Fa. Klaus Gabriel, Petersberg, folgendes auf 18 Register erweiterte Orgelwerk:
Manual I
Manual II
Pedal
Tonumfang C - g"'
Tonumfang C - g "'
Tonumfang C - f
56 Tasten
56 Tasten
30 Tasten
1.Prinzipal
8'
7-Gedackt
8'
b)
14.Subbaß
16'
f)
2. Hohlflöte
8'
a)
8.Gamba
8'
c)
15.Gedacktbaß
8'
3. Oktave
4'
a)
9. Flöte
4'
c)
16.Choralbaß
4'
g)
4. Spitzflöte 2'
10. Prinzipal
2'
d)
17.Piffaro
2'+l'
h)
5. Mixtur 4-fach
11/3'
11. Sesquialter 2-fach
e)
18. Fagott
16'
6. Trompete
8'
12.Scharff3-fach
2/3'
13.Dulcian
8'
Koppeln:
II-1,1-P, II-P
Spielhilfen:
Handregister, 2 freie Kombinationen, Tutti
Gesamtpfeifenzahl:
244 (Manuale 1064, Pedal 180)
Das Zeichen „' „ bedeutet „Fuß", altes Längenmaß für Orgelpfeifen.
a) Pfeifen von 1900,
e) Pfeifen aus Mixtur von 1900,
fis'" und g'" neu 1983
fis'" und g'" neu 1983
b) Pfeifen C - H von 1900,
f) Pfeifen von 1900, eis' bis f
sonst neu 1983
Ergänzung 1983
c) Pfeifen vor 1900 (etwa 1750),
g) Pfeifen C bis f aus Prinzipal 8'
fis"'und g"'neu 1983
von 1900
d) Pfeifen aus Geigenprinzipal 8'
h) l' komplett aus Mixtur von 1900
von 1900
und Ergänzung 2' in 1983
Die Orgel hat Schleifladen nach dem altbewährten System der Tonkanzellen. Die Spieltraktur ist mechanisch, d. h. die Verbindung von der Taste zum Pfeifenventil erfolgt auf direktem, mechanischen Weg. Eine präzise Spielweise und für den Spieler wichtige natürliche Verbindung mit der Tonerzeugung werden dadurch gewährleistet. Für das oft recht umständliche Ziehen der Register wird hingegen der elektrische Strom zu Hilfe genommen. Das erlaubte den Einbau elektrischer Registerschaltung und den sog. freier Kombinationen. Vor dem Spiel können verschiedene Registrierungen eingestellt werden, die sich dann an den gewünschten Stellen durch Knopfdruck automatisch abrufen lassen. Die Besonderheit des Instrumentes besteht darin, daß die Pfeifen der Manuale I und II auf einer Zwillingslade stehen. Alle Pfeifen sind in Terzabständen angeordnet. Ausgangston für die Intonation ist a' = 880 Herz. DerSpieltisch befindet sich in einem Spielschrank unter dem Orgelprospekt, eingebaut in das Orgelgehäuse. Bei der modern gehaltenen Gehäuseform und seiner betongrauen Farbgebung war der Architekt der Kirche maßgeblich beteiligt. Das geschlossene Gehäuse aus Escheholz und die gitterartigen „Schleierbretter" wurden in der Schreinerei Winfried Frohnapfel, Weyhers, angefertigt. Die Schleierbretter in den fünf Pfeifenfeldem des Prospektes sind von einem Verwaltungsratsmitglied entworfen und von Elmar Baumgarten, Ritzelshof, mit Lindenholztäfelchen besetzt worden, die verschiedenartig geschnitzte und farbig gefaßte Blumenmotive zeigen.
Das restaurierte Instrument erklang erstmals am Pfingstmontag, dem 23. Mai 1983, nach seiner Weihe. Die Weihe nahm Domkapitular Dr. Raphael von Rhein vor, der zusammen mit Pfarrer Amulf Hummel anschließend den Festgottesdienst zelebrierte. Der Männerchor und der erst seit 1982 ins Leben gerufene Gemischte Chor des Gesangvereins „Treugold" Welkers wirkten gesanglich mit.
Die Abnahme des Instruments erfolgte am 14. September 1983. Im Abnahmegutachten des Orgelsachverständigen Prof. Erich Ackermann, Fulda, heißt es: „Prospektgestaltung und Ausführung des Vollgehäuses sind vorbildlich, eine sehr schöne architektonische Bereicherung des Kirchenraums. Pfeifenwerk, Windladen, Spieltraktur usw. entsprechen den Angaben des Kosten Voranschlages und zeugen nach einer eingehenden Prüfung des Orgelinneren von einer hervorragenden Arbeit des Orgelbaumeisters Klaus Gabriel, die um so höher zu bewerten ist, da von den insgesamt 18 Registern neun Register der alten Clewing-Orgel von 1900 „eingearbeitet" werden sollten. Von diesen neun wiederverwandten Registern sind zwei, Flöte 4' und Gamba 8,' wahrscheinlich aus der Zeit um 1750. Die Dispostion mit Hauptwerk 6 Registern, Positivwerk 7 Registern, Pedalwerk 5 Registern, bietet eine Vielfalt von Klangkombinationen und reizvollen Klangbildern. Jedes einzelne Register ist sorgfältig intoniert, es ist keinerlei klanglicher „Bruch" zwischen altem und neuem Pfeifenwerk feststellbar, das Plenum hat einen feierlichen und festlichen Charakter. Der Gemeinde Welkers gratuliere ich herzlich zu diesem wertvollen Orgelwerk."
Turm und Glocken
Der in Sichtbetonbauweise errichtete Turm als Glockenträger mißt in der Grundfläche 5,00 x 4,50 Meter. Er verläuft in konischer Form, die auf 32 Meter hochgezogen ist und nach oben allmählich spitz ausläuft.
Der Glockenklang ertönt aus Schallöffnungen der Glockenstube nach Osten und Westen. Im April 1988 sind die bis dahin offenen Turmseiten der Glockenstube aus Gründen des Witterungsschutzes und akustischen Überlegungen mit Schallbrettem, auch Jalousien genannt, verkleidet worden. Die Turmbasis ist im Jahre 1990 nachträglich als Geräteraum ausgebaut worden. Im Glockenstuhl aus verzinktem Stabstahl sind vier Bronzeglocken - wegen der Turmbeschaffenheit auf „verkröpften" (verkürzten) Armaturen - aufgehängt. Die Glocken wurden in der Glockengießerei Petit & Gebrüder Edelbrock in Gescher/Westfalen gegossen, am 8. September 1953 eingeweiht und läuteten schon im Turm der Vorgängerkirche. Das heute elektrisch betriebene Geläut erklingt in den Tönen a', c", d" und e''
Den „Glockenhals" der einzelnen Glocken umläuft zwischen einem doppelten Zierreifen ein erhabenes Omamentband aus Christuszeichen, Fischen und Wasserwellen. Darunter folgen die Inschriften mit Knopfverzierungen (8) in den Wortzwischenräumen und die Jahreszahl 1953 mit dem Wappen der Gießerei Petit & Edelbrock, Gescher/Westfalen. Über dem Schlagring verlaufen zwei einfache Ringe
Die Glocken tragen die Inschriften
Glocke l
8IM 8 KREUZ 8 IST8 HEIL8, zur Erinnerung an den Kirchentitel/-patron, Ton a', Mündungsdurchmesser 0,90 m, Gewicht 452 Kg.
Glocke 2
8 HL. JOSEPH 8 UND 8 HL. MUTTER 8ANNA 8 BITTET 8 FÜR88 UNS, dem hl. Joseph und der hl. Anna geweiht, Ton c'', Mündungsdurchmesser 0,74 m, Gewicht 254 Kg.
Glocke 3
8 AVE 8 MARIA 8, Angelusglocke, Ton d", Mündungsdurchmesser 0,65 m, Gewicht 169 Kg.
Glocke 4
8 HERR 8 ERBARME 8 DICH 8 DER 8 ARMEN 8 SEELEN8, Totenglocke,Ton e'', Mündungsdurchmesser 0,54 m, Gewicht 118 Kg.
Glockengeschichte
Die alte Kirche (1889-1971) besaß erstmals 1901 drei Bronzeglocken aus der Glockengießerei F. Otto in Hemelingen, die zusammen mit der Clewing-Orgel am 17. März 1901 geweiht wurden.
Glocke l
Inschrift „Ecce cmcem Domini fugite partes adversae" (siehe das Kreuz des Herrn, vor dem die Gegner fliehen). Durchmesser 81 cm, 410 Kg, Schlagton c. Die Glocke war von dem Bauer Valentin Maul aus Lütter gestiftet.
Glocke 2
Inschrift „Ave Maria gratia plena" (sei gegrüßt, Maria, voll der Gnade). Durchmesser 69 cm, 240 Kg, Schlagton es.
Glocke 3
Inschrift „Sancta Anna ora pro nobis" (hl. Anna, bitte für uns).Durchmesser 61 cm, 120 Kg, Schlagton f
Im Jahre 1917 mußten für den ersten Weltkrieg die Glocken 2 und 3 abgeliefert werden. Die große Glocke l blieb.
Am 03.10.1924 wurden bei der Firma Otto in Hemelingen zwei neue Glocken bestellt, um das Geläut wieder zu vervollständigen: Glocke 2, Schlagton es, Gewicht 205 Kg und Glocke 3, Schlagton f, Gewicht 145 Kg. Die Inschriften dieser Glocken sind nicht mehr bekannt, dürften aber wieder die der früheren Glocken 2 und 3 (Hl. Maria, hl. Anna) aus dem Jahre 1901 getragen haben.
Für den Zweiten Weltkrieg mußten abermals zwei Glocken abgegeben werden. Dabei handelte es sich um die erst in 1924 nachbeschaffte Glocke 2 und die große Glocke l. Nach Kriegsende wurde versucht, die beiden zwangsabgelieferten Glocken durch Vermittlung des „Ausschusses für die Rückführung von Kirchenglocken aus Kriegslagerbeständen" wiederzuerhalten. Doch die Welkerser Glocken waren nicht mehrauffindbar. Auch Versuche von Dechant Mans, in den Jahren 1951 und 1952 durch Vermittlung des Generalvikariats zwei passende Leihglocken aus den „Kriegsbeständen" zu erhalten, schlugen fehl.
Unter Vorsitz von Bürgermeister Günther beschloß die Gemeindevertretung am 16.Juni 1953, ein neues Glockengeläute zu beschaffen und zu finanzieren. Das Bischöfliche Generalvikariat Fulda stimmte dem Antrag am 08. August 1953 unter der Voraussetzung zu, daß die politische Gemeinde Welkers die Finanzierung der vier neuenGlocken in Höhe von 7.100,35 DM übernimmt.
Vor der Neuanschaffung der Glocken im Jahre 1954 stellte man fest, daß die verbliebene Glocke 3, Schlagton f, einen Sprung hatte. Sie wurde vom Glockengießer in Zahlung genommen, zumal sie vom Klangbild her nicht zu dem neuen Glockenklang paßte.
Der Kreuzpartikel
Der in lateinischem Text abgefaßte Visitationsbericht (Visitation: Örtlicher Besuch und dabei Überprüfung durch den vorgesetzten Geistlichen der Bischöfl. Behörde) von 1763 enthält eine Aktennotiz, die besagt, daß Welkers einen Parükel des Kreuzesholzes Jesu Chrisd besitzt, der von Herm Wilhelm zu Mengersen geschenkt worden ist. Der Kreuzpartikel wird noch heute in der Sakristei in einer Reliquienmonstranz aufbewahrt. Am Patronatsfest, am 14. September jeden Jahres, wird den Gläubigen nach dem Gottesdienst damit der Segen erteilt.
Das Fest Kreuzerhöhung (14. September), eines der ältesten Kirchenfeste überhaupt, hat wegen seines geschichtlichen Ursprungs und symbolischen Gehaltes herausragende Bedeutung. So soll die Kaiserin Helena, Mutter des römischen Kaisers Konstantin, im Jahre 326 das Kreuz Jesu Christi in Jerusalem entdeckt und nach Rom gebracht haben. Durch die Heilung eines Kranken wurde der Wahrheitsgehalt des Kreuzes von den beiden anderen gleichzeitig gefundenen Kreuzen unterschieden. An dem Aufbewahrungsort des Kreuzes in Rom entstand im Laufe der Zeit die heutige Basilika „Sta. Croce de Gerusaleme" (Basilika zum hl. Kreuz in Jerusalem). Drei Reststücke des Kreuzesholzes, die größten bekannten überhaupt ,konnte der Verfasser imJ ubiläumsjahr l995 in der dortigen Reliquienkapelle der Basilika besichtigen. Sie werden in einer verglasten Wandnische in einem kreuzförmigen Reliquiar aulbewahrt. In der gleichen Nische sind in weiteren säulen- und monstranzförmigen Reliquiaren einer der Kreuznägel, zwei Dornen aus der Dornenkrone und die noch erhaltene im Jahre 1492 wiedergefundene Kreuzestafel (INRI) zu sehen. Das Wort „Nazarenus" der Inschrift ist in den Sprachen Hebräisch (fast unsichtbar). Griechisch und Latein geschrieben. Außerdem werden dort Glieder des Zeigefingers des hl. Apostels Thomas und Bruchstücke der Geißelsäule aus Jerusalem, der Krippengrotte aus Bethlehem und dem Hl. Grab in Jerusalem aulbewahrt.
Die Echtheit der Leidensreliquien läßt sich nicht nachweisen. Ebensowenig die Unechtheit. Aber, die Christen der früheren Zeit waren uns heutigen darin gleich, indem sie ihren Glauben auch an sichtbaren, greifbaren Dingen - wie Reliquien - und Geschichten - wie Legenden - wachsen ließen. Gläubige Christen sehen in den Leidensreliquien Andenken an die Kreuzigung Jesu Christi und bringen ihnen auf ihre Weise Respekt und Ehrfurcht entgegen.Dabei haben sich lange Traditionen entwickelt. Auch hier in Welkers. So legte man in früherer Zeit am Festtag Kreuzerhöhung großen Wert auf die Kreuzverehrung. Die Pfarrchronik enthält hierüber eine Begebenheit: Als nach der Einführung des neuen Pfarrers Ney in Eichenzell der Festtag in der gewohnten Form in Vergessenheit zu geraten schien, brachte der Bürgermeister G. Buch dem Pfarrer gegenüber in einem Brief vom 17.09.1837 seinen Unmut hierüber zum Ausdruck. Er machte darauf aufmerksam, „daß es eine alte Tradition sei, den Festtag mit Beichte und einem feierlichen Hochamt zu begehen, wobei das Kreuzpartikel in einer Prozession um die Kirche getragen und der Gemeinde zum Kusse dargeboten werde".
Barocke Kreuzigungsgruppe
Die Kirchengemeinde ist auch im Besitz einer kleinen, alten barocken Kreuzigungsgruppe und eines barocken Kreuzes, beide vermutlich aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Kreuzigungsgruppe steht auf einem mehrfach profilierten Holzsockel und zeigt in der Mitte ein Kruzifix (nicht original) mit den seitlich stehenden Figuren von Maria Magdalena und dem Jünger Johannes. Die Figuren wenden sich in der Bewegung Jesus zu, Maria Magdalena hält ein Tuch in den Händen. Am Fuße des Kreuzes wird der Schädel Adams mit einer Schlange dargestellt. Die Schlange hält einen Apfel im Mund. Der Künstler nahm sich der Schilderung der Legende an, worin die Kreuzigungsstelle der Ort sei, an dem sich das Grab Adams befand und stellte symbolisch gegenüber, was historische Daten nicht ausdrücken können: Die Sünde Adams im Paradies, die tödlichen Bisse der Schlange und darüber der gehorsame, lebensspendende Christus am Kreuz.
Die Figuren der Kreuzigungsgruppe sind qualitativ hochwertig, farblich gefaßt und anscheinend aus Lindenholz geschnitzt. Im Herbst 1994 wurde die Kreuzigungsgruppe konserviert. Dabei konnten die vorhandene Farbfassung gefestigt, lose Teile in die ursprüngliche Position gebracht und angeklebt, Fehlstellen ausgebessert oderretuschiert werden. Nach den stilistischen Merkmalen zu urteilen, könnte die Kreuzigungsgruppe aus der Werkstatt des Bildhauers Andreas Balthasar Weber, Fulda, stammen, da die Gestaltung und Bewegung der Figuren und die Ausbildung der Gesichter Ähnlichkeiten mit barocken Skulpturen im Dom zu Fulda aufweisen. Balthasar Weber hat mehrere Altäre im Fuldaer Dom geschaffen. Die früheren Standorte unserer beider barocken Skulpturen sind nicht mehr bekannt.
Ehrendenkmal
Das Ehrenmal bei der Kirche ist 1982 auf Initiative des Bürgermeisters der Großgemeinde Eichenzell, Karl Ebert, errichtet worden. Drei Sandsteinfindlinge tragen jeweils eine Bronzetafel mit den Namen der Gefallenen und Vermißten beider Weltkriege in erhabenen Buchstaben.
Die kirchliche Einweihung fand am 14.11.1982 durch Pfarrer Josef Uhl statt. Die Baukosten übernahm die Gemeinde Eichenzell. Hintergrund der Neuerrichtung des Denkmals bei der Kirche war die Absicht der Gemeinde Eichenzell, am Standort des - heute noch stehenden - alten „Kriegerdenkmals" auf dem Friedhofsgelände eine Einsegnungshalle zu errichten. Das alte Ehrenmal, das 1954 von der politischen Gemeinde Welkerserrichtetwordenwar.solltedamitaufgegebenwerden.EinUmsetzenzurneuen Kirche konnte aus architektonischen Gründen nicht erfolgen